Gründende Frauen in der Techszene

Gründende Frauen in der Tech-Szene: Zeit zum Umdenken

In der Tech-Szene wird immer mehr gegründet, dennoch beschränkt sich der Anteil gründender Frauen in Europa auf 14,7 Prozent. Dabei liefern Fakten starke Gründe, warum Frauen den Schritt zur eigenen Existenzgründung wagen sollten.
Das Online-Nachrichtenportal TechCrunch berichtete, dass die Erfolgsrate von Unternehmen mit zwei oder mehr weiblichen Führungskräften bei 50 Prozent liegt. Dieser Zahl zufolge sollte es für Frauen attraktiv sein, ein eigenes Start-Up zu gründen. Aber nicht nur das: Frauen können das europaweite Bruottoinlandsprodukt um neun Milliarden Euro steigern, würden sie sich stärker im digitalen Markt positionieren. Das ergab eine Studie der europäischen Kommission.

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Laut einer Statistik des European Startup Monitor, einer Studie zur Übersicht der europaweiten Start-Up-Landschaft, liegt der Prozentsatz gründender Frauen bei 14,7 Prozent.

 

Was hält Frauen davon ab, in der Tech-Szene zu gründen?

Jarna Heinonen ist Professorin für Entrepreneurship an der Universität Turku in Finnland und untersucht Genderfragen in der Gründerszene. Sie erklärt die Ursachen folgendermaßen:

  • Der Stereotyp: Der erfolgreiche Unternehmer wird meist als weißer Mann mittleren Alters dargestellt. Alles, was von diesem Bild abweicht sei ungewöhnlich und unnormal und würde dementsprechend behandelt werden. Gründende Frauen bräuchten demnach eine größere Portion an Selbstbewusstsein und ein stärkeres Auftreten als männliche Kollegen, um zu überzeugen.
  • Die Neigung: Frauen würden sich in der Regel noch immer stärker zu Jobs in der Gesundheit und dem sozialen Sektor hingezogen fühlen. Diese Branche erfordert keine selbstständige Gründung, hier sind meist Land oder Staat die Arbeitgeber.
  • „Girls who code“-Initiatorin Reshma Saujani führt eine weitere Ursache an: die Erziehung. Mädchen würde man dazu erziehen, perfekt zu sein, während Jungs motiviert werden, mutig zu agieren. Dabei sei vor allem Mut nötig, um als Gründerin Erfolg zu haben.

 

Non-Profit-Organisationen wirken dem Mangel gründender Frauen entgegen

Saujani gründete die Non Profit-Organisation Girls who Code, die in Nordamerika mittlerweile 40 000 Schülerinnen in 150 Clubs zählt. Bei den Treffen werden junge Frauen in STEM-Fächern sowie Computerwissenschaften geschult und das Codieren beigebracht. So sollen sich Frauen mit den Aufgaben in Tech-Unternehmen früh vertraut machen. Die Variante für junge Erwachsene, Women who code ist global tätig: Auch in Berlin gibt es einen Ableger, der bereits über 1300 Mitglieder zählt. Bestenfalls führen diese Programme junge Frauen nicht bloß in die Tech-Szene ein, sondern stärken ihr Selbstbewusstsein, um später selbst zu gründen.

Gründende Frauen: Wir sind Teil von Entrepreneurial Winning Women 2016

Wir sind stolz, ebenfalls Teil eines internationalen Programms zu sein, das gründende Frauen unterstützt: Das Programm Entrepreneurial Winning Women wurde von dem Beratungsunternehmen EY ins Leben gerufen. Es stellt gründenden Frauen erfahrene Mentoren an die Seite und vernetzt ihre Start-Ups miteinander. Das Programm ist zunächst für ein Jahr angelegt und enthält Schwerpunkte wie die Stärkung der Geschäftsleitung und die Platzierung des Unternehmens auf dem internationalen Markt.
Über die ausgewählten Tech-Unternehmen wie Webdata Solutions sagt die Führung von EY:

„Wir haben uns für Gründerinnen entschieden, von denen wir überzeugt sind, dass sie Unternehmen leiten, die das Potenzial haben, erfolgreich zu wachsen – und wir wollen sie dabei unterstützen.“ – Demet Ozdemir, Partner und EMEIA Strategic Growth Market Leader bei EY

Webdata Solutions wurde 2012 von drei selbstbewussten Frauen gestartet, die sich weniger um ihre Rolle und Wahrnehmung in der Tech-Szene sorgen, sondern an ihre Idee glauben. Gründerin und Geschäftsführerin Carina Röllig sagt von sich selbst, dass sie immer ein Unternehmen auf die Beine leiten und stellen wollte. Generell sollte sich dabei nicht die Frage stellen, ob eine Frau oder ein Mann das Unternehmen leiten. „Das Gründen sollte immer im Vordergrund stehen“, sagt sie. „Letztendlich zählen ein starkes Team und ein starkes Produkt.“

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