Streichpreise - Wie Sie Angebote richtig kommunizieren

Streichpreise – Wie Sie Angebote richtig kommunizieren

Preise gelten als Verkaufsargument Nummer eins im E-Commerce. Die sogenannten Streichpreise oder Statt-Preise sind ein beliebtes Mittel von Händlern, um die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich zu ziehen. Sie sind nichts anderes als Preisgegenüberstellungen und versprechen ein vermeintliches Schnäppchen gegenüber dem Listen- oder Wettbewerbspreis. Außerdem wird häufig mit einer Ersparnis im Vergleich zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers (UVP) oder dem ehemaligen Endverbraucherpreis (EVP) geworben.

Aus psychologischer Sicht basiert diese Art der Preisdarstellung auf dem Ankereffekt. Das bedeutet, dass Menschen für die Bewertungen eines Angebots einen Referenzwert benötigen. Streichpreise machen den Vorteil der Preisreduzierung für den Kunden greifbarer. Sie sind ein effektives Mittel, um Kunden zu gewinnen.

Allerdings gelten im Umgang mit Streichpreisen strenge rechtliche Vorgaben, die Sie als Händler beachten sollten. Eine Missachtung zählt zu den häufigsten Gründen für Abmahnungen im Online-Handel. Wir haben alles Wissenswerte zum Thema Angebotskommunikation in den nachfolgenden Tipps für Sie zusammengefasst.

Stop - Wie Sie Angebote richtig kommunizieren

Streichpreise und Rabattaktionen sind im Hinblick auf hohe Verkaufszahlen eine Chance für jeden Händler. Allerdings sollten Sie sich an die rechtlichen Vorgaben halten, um Abmahnungen zu vermeiden.

Tipp #1: Nennen Sie die Bezugsquelle Ihres Streichpreises

Balkontisch “Summer”
Vorher: 599 Euro
Jetzt: 299 Euro

Diese Preisausschreibung ist beispielhaft für die Darstellung von Rabattaktionen in zahlreichen Online-Shops. Unklar bleibt in dem Beispiel allerdings, worauf sich der Streichpreis des Händlers bezieht. Meint er die UVP, einen Konkurrenten-Preis oder einen Preis, der zuvor verlangt wurde?

Bis 2015 galt: Durchgestrichene Preise sowie Statt-Preise müssen soweit definiert sein, dass dem Verbraucher eindeutig klar wird, um welchen Basispreis es sich handelt (BGH, Urteil vom 17.03.2011, Az.: I ZR 81/09). Mit einem aktuellen Urteil erleichterte der Bundesgerichtshof die Werbung mit Streichpreisen. Er legte fest, dass Verbraucher zumindest auf Plattformen wie Amazon einen durchgestrichenen Preis grundsätzlich als den früher von dem werbenden Unternehmer verlangten Preis erkennen (BGH, Urteil vom 05.11.2015, Az.: I ZR 182/14). Trotzdem gilt: Soll der Preisvergleich mit einem anderen als dem zuvor verlangten Preis erfolgen, zum Beispiel dem UVP des Herstellers, dann ist eine weitere Beschreibung notwendig.

Tipp #2: Prüfen Sie Ihre Streichpreise auf Aktualität

Bei jeder Art der Preiswerbung sollten Sie beachten, dass diese möglichst aktuell sowie wahrheitsgetreu ist. Sowohl fiktive (LG Köln, Urteil vom 14.02.2013, Az. 31 O 474/12) als auch veraltete (LG Wuppertal, Urteil vom 24.02.2014, Az. 12 O 43/10) UVPs sind wettbewerbswidrig. Ebenfalls aktuell sollte die Werbung mit einem ehemaligen EVP sein. Gibt ein Händler einen extrem veralteten Bezugspreis an, oder wird über einen unangemessen langen Zeitraum mit einem Preisnachlass geworben, liegt eine Irreführung vor (LG Dortmund, Urteil vom 18.12.2008, Az. 16 O 134/08).

Tipp #3: Setzen Sie auf wahrheitsgetreue Rabatte

Die Preiswerbung stößt an ihre Grenzen, wenn Basispreise unrealistisch hoch angesetzt werden. Der Vergleich mit dem ehemaligen EVP ist nur zulässig, wenn Sie diesen Preis in der Vergangenheit ernsthaft verlangt haben. Das heißt, der frühere Preis muss in Ihrem Online-Shop über einen längeren Zeitraum aktuell gewesen sein. Viele Händler heben ihre Preise im Vorfeld einer Angebotsaktion kurzzeitig an, um anschließend mit starken Rabatten werben zu können (Im Fachjargon “Mondpreise” genannt). Dem Verbraucher wird hier eine Reduzierung suggeriert, die in Wahrheit nicht besteht. Ebenfalls wettbewerbsrechtlich verboten sind sogenannte Kampfpreise, bei denen es sich um eine gezielte Behinderung von Mitbewerbern handelt (§ 4 Nr. 10 UWG).

Tipp #4: Begrenzen Sie Ihre Reduzierungen zeitlich

Oftmals sind Reduzierungen zeitlich begrenzt. Wichtig ist in diesem Fall, dass Sie die Verbraucher über die Länge des Angebotszeitraums informieren (OLG Stuttgart, Urteil vom 08.02.2007, Az. 2 U 136/06). Als wettbewerbswidrig gilt es außerdem, wenn eine zeitlich befristete Rabattaktion nachträglich verlängert wird (BGH, Urteil vom 07.07. 2011, Az. I ZR 173/09; BGH, Urteil vom 07.07. 2011, Az. I ZR 181/10). Ist der Angebotszeitraum abgelaufen, müssen Händler darauf achten, dass das beworbene Produkt wieder zum alten Preis angeboten wird.

Tipp #5: Vergleichen Sie die Preise der Wettbewerber

Orientieren Sie sich für eine realistische Preisoptimierung an Ihren Wettbewerbern. Möchten Sie Ihren Preis in diesem Zusammenhang bewerben, ist das nur zulässig, wenn die beworbenen Produkte vergleichbar sind. Unterscheiden sich die Produkte wesentlich, muss darauf hingewiesen werden (BGH, Urteil vom 19.11.2009, Az.: I ZR 141/07).

Die schnelle Reaktion auf Preisänderungen bei anderen Anbietern trägt dazu bei, Ihre Margen voll auszuschöpfen und Ihre Gewinne zu steigern. Die Beobachtung und Analyse des Marktes ist hierfür die wichtigste Voraussetzung. Automatisierte Tools zur Preisüberwachung im Internet unterstützen Sie bei der Umsetzung einer erfolgversprechenden Preisstrategie. Mit der Business Intelligence Software blackbee behalten Sie den Markt und Ihre Wettbewerber im Auge und steigern so Ihren Erfolg im E-Commerce. In unserem Beitrag zur Preisoptimierung für Online-Händler zeigen wir Ihnen, wie blackbee Sie beim Preismonitoring im Internet unterstützt.

Testen sie blackbee zur optimalen Preisgestaltung oder kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zum Thema Preisoptimierung! Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!