blackbee-Gründerin und CIO Sabine Maßmann im Interview

blackbees Gründerin und CTO Dr. Hanna Köpcke im Interview

Wie sehen die Gesichter hinter der Software für Konkurrenzbeobachtung im Internet aus? In unserem Blog stellen wir unsere Mitarbeiter vor. blackbee-Co-Gründerin und CIO Sabine Maßmann sowie Data Analystin Sandra Engelhardt machten den Anfang, nun kommt unsere Co-Gründerin und CTO (Chief Technology Officer) Dr. Hanna Köpcke zu Wort. Die Big Data-Expertin erzählt uns, wie sie blackbee gerade weiterentwickelt, wofür sie derzeit einen Forschungsantrag verfasst und warum eine Portion Neugier zum Beruf gehört.

Welche Aufgaben übernimmst du?

Aktuell bin ich mit der Vorbereitung für die neuen Themen, die im Bereich Big Data-Matching angegangen werden, beschäftigt. Außerdem helfe ich meinen Kollegen dabei, dass die Matching-Prozesse (Daten der Kunden werden mit denen anderer Anbieter im Internet abgeglichen und die Software kombiniert dafür verschiedene Attribute der Produkte; Anm. d. Verfassers) funktionieren.

Du bist neben der technischen Leitung auch für die Bereiche Forschung und Entwicklung zuständig. Was wird bei blackbee geforscht und entwickelt?

Wir wollen ein neues Projekt mit dem DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) starten und dafür schreibe ich gerade den Antrag, damit wir die nötige Förderung bekommen. Da geht es um das sogenannte Deep Learning – also tiefenneuronale Netze, die wir einsetzen wollen, um bessere Big Data Matching-Algorithmen zu ermöglichen. Zunächst würden wir das gemeinsam mit dem DFKI entwickeln und danach lautet das Ziel, dieses Vorgehen in unsere Prozesse bei blackbee zu integrieren.

Was wäre mit diesem Deep Learning Matching gewonnen?

Bisher arbeiten wir mit dem Matching-Verfahren, das ich damals entwickelt habe. Das Deep Learning gleicht mehr den Fähigkeiten eines menschlichen Gehirns. Es besteht aus mehreren Schichten, aus Netzen, und verknüpft gezielt Informationen miteinander. Das ist so auch erst seit kurzer Zeit möglich, seitdem sich die Rechenleistungen von Computern weltweit verbessert haben.

Woran haben dein Team und du zuletzt gearbeitet?

Wir arbeiten an Lösungen, durch die wir Bilder im Big Data-Matching abgleichen können. Das ist ja besonders im Fashion-Bereich ein großes Thema. Es gibt von jedem Hersteller ganz viele schwarze T-Shirts, die dann auch einfach „T-Shirt schwarz“ heißen. Diese anhand von Produktattributen zu unterscheiden ist schwierig. Die Kunden schauen sich ja die Bilder an und lesen weniger die Beschreibungen der Kleidung durch.

In dem Bereich haben wir mit einem bestehenden Kunden gerade erste Versuche gemacht. Generell ist die Erkennung von Objekten in Bildern in der Künstlichen Intelligenz-Forschung derzeit ein großes Thema.

Dr. Hanna Köpcke hat den Big Data-Matchingprozess entwickelt, mit dem blackbee heute arbeitet und verbessert ihn ständig. Derzeit plant sie ein Projekt gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

 

Dr. Hanna Köpcke hat den Big Data-Matchingprozess entwickelt, mit dem blackbee heute arbeitet und verbessert ihn ständig. Derzeit plant sie ein Projekt gemeinsam mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz.

Worauf legst du bei deinen Mitarbeitern besonders wert? Wonach wählst du Bewerber aus?

Wer sich auf eine Matching-Stelle bewirbt, bekommt erstmal eine Matching-Aufgabe gestellt und da schaue ich dann, wie der Bewerber vorgeht. Was sind die Ideen? Was sind die Lösungsvorschläge? Man muss da jetzt nicht unbedingt Vorerfahrungen mit maschinellen Lernen oder Ähnlichem haben, aber man sollte schon ein Tüftler sein und den Problemen auf den Grund gehen wollen. Ich gucke mir dann eben auch an: Wie ist der Code programmiert? Ist er übersichtlich? Verstehe ich ihn? Hat der Bewerber Kommentare in den Quellcode geschrieben, damit man es leichter nachvollziehen kann? Hat er Testfälle für seinen Code entwickelt?

Wenn das gut läuft, wird der Bewerber zum Gespräch eingeladen.

Wann hast du gemerkt, dass die Welt blackbee braucht?

Ich habe das ja nicht allein gemacht. Ich kam nach Leipzig an den Lehrstuhl für Mathematik und Informatik, um meinen Doktor in Künstlicher Intelligenz zu erlangen. In der Zeit haben wir drei – Carina, Sabine und ich – blackbee entwickelt und schnell gemerkt, dass blackbee am E-Commerce-Markt gut ankommt.

Habt ihr da bereits erste Kunden gewinnen können?

Wir sind schnell mit Interessenten in Kontakt gekommen. Auf einer der ersten Messen haben wir Unternehmen kennengelernt, die heute immer noch zu unseren Kunden gehören.

Welchen Rat gibst du Frauen in der Tech-Szene, um erfolgreich zu sein?

Lasst euch nicht unterkriegen. Seid mutig und bleibt neugierig! Ich habe zu Beginn meines Studiums gedacht: Man, die können ja schon alles hier! Und oftmals stellte sich heraus: Dahinter steckte nur heiße Luft.  Frauen in der IT sind meiner Erfahrung nach eher schüchtern und melden sich nur dann zu Wort, wenn sie sich zu 100 Prozent sicher sind. Dafür gibt es aber keinen Grund.

Auf die Kenntnisse und das Programmieren kommt es in der IT nicht immer an. Sondern auch auf die Neugier.

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