Zum Weltfrauentag: blackbee Gründerinnen im Interview

Zum Weltfrauentag: Die Tech-Branche braucht mehr Gründerinnen!

Der aktuelle Deutsche Startup Monitor zeigt: In deutschen Startups sind Frauen noch immer in der Minderheit. Nur knapp 15 Prozent Startup-Gründerinnen gibt es in Deutschland. Zwar wächst der Anteil stetig, aber eben sehr langsam. Im Jahr 2013, als die Studie zum ersten Mal durchgeführt wurde, betrug die Zahl weiblicher Gründerinnen gerade mal 12,8 Prozent. Vor allem vor der Tech-Branche scheinen Frauen zurück zu schrecken. Hier beläuft sich der Anteil an gründenden Frauen lediglich auf 9 Prozent. Die Quantität sagt in diesem Fall allerdings nichts über die Qualität aus: Auf Dauer sind Frauen mit ihren Unternehmensgründungen sogar oft erfolgreicher als ihre männlichen Kollegen.

Zu kämpfen haben gründende Frauen nach wie vor mit klassischen Rollenbildern. Das Vodafone Institut für Gesellschaft und Kommunikation und Women in Digital e. V. haben die Situation von Gründerinnen in der Deutschen Digitalwirtschaft genauer beleuchtet und sie unter anderem nach den größten Hürden bei der Gründung gefragt. Über 86 Prozent der Gründerinnen geben an, es sei besonders schwierig, sich auf die in der männerdominierten Digitalbranche übliche Form der Selbstdarstellung einzulassen. Problematisch seien zudem die gefühlte Benachteiligung durch Investoren und Kreditgeber (62 Prozent) sowie fehlende Mentorinnen und weibliche Vorbilder (58 Prozent), so die Befragten. Als weitere Hürden werden genannt: Fehlende oder mangelnde Selbstvermarktung, zum Beispiel beim Pitch (69 Prozent), männliche Dominanz in entscheidenden Netzwerken und fehlende Möglichkeiten der Kinderbetreuung für selbständige Frauen (jeweils 67 Prozent).

Tipps unserer Gründerinnen: Seid mutig und selbstbewusst!

Unser weibliches Gründerteam aus Dr. Hanna Köpcke, Sabine Maßmann und Carina Röllig zeigt allerdings, dass auch Frauen in einer männerdominierten Branche Erfolg haben können und das wollen wir am heutigen Weltfrauentag feiern! Webdata Solutions wurde 2012 von den drei selbstbewussten Frauen gestartet, die sich weniger um ihre Rolle und Wahrnehmung in der Tech-Szene sorgen, sondern immer an ihre Idee geglaubt haben. Mittlerweile zählt das Unternehmen mit seiner Marktanalyse-Software blackbee zu den am schnellsten wachsenden Startups in Deutschland, beschäftigt rund 40 Mitarbeiter und konnte vier namhafte Investoren überzeugen.

Bei blackbee wird auch die Förderung junger Mädchen und Gründerinnen groß geschrieben. Dr. Hanna Köpcke zeichnet sich beispielsweise durch ihr langjähriges Engagement im Arbeitskreis der Frauen am Fachbereich Informatik an der Universität Dortmund aus und wurde zuletzt selbst mit dem Digital Female Leader Award in der Kategorie Tech ausgezeichnet. Sabine Maßmann ist seit 2005 Mitglied des Alumni-Vereins der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und unterstützte als Teil des Projekts „Herausforderung Unternehmertum“ ein junges Team, geführt von zwei Frauen, bei der Gründung. Carina Röllig macht sich ebenfalls regelmäßig für junge Gründerinnen stark – wie beispielsweise in einer Ansprache für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Und auch am diesjährigen Girls’ Day wird Webdata Solutions wieder teilnehmen, um junge Mädchen für die Tech-Branche zu begeistern.

Zum Weltfrauentag: Interview mit den blackbee Gründerinnen

Kennengelernt haben sich Dr. Hanna Köpcke, Sabine Maßmann und Carina Röllig im Forschungslabor „Web Data Integration Lab“ an der Universität Leipzig, wo auch die ersten Prototypen der heutigen Software blackbee entstanden.

Wir haben unsere drei Gründerinnen für den heutigen Artikel gefragt, mit welchen Vorurteilen sie auf Ihrem bisherigen Weg zu kämpfen hatten und welche Tipps sie an Frauen haben, die ihr eigenes Unternehmen im Bereich Tech aufbauen wollen.

Hanna: Als Frau muss man sich oft rechtfertigen, warum man einen technischen Beruf ausübt und dann heißt es meistens doppelt so hart arbeiten, um von (männlichen) Kollegen respektiert zu werden. Mein Tipp für junge Frauen, die einen technischen Beruf anstreben: Lasst euch nicht einschüchtern! Seid mutig und bleibt neugierig! Ich habe zu Beginn meines Studiums gedacht: Mann, die können ja schon alles hier! Und oftmals stellte sich heraus: Dahinter steckte nur heiße Luft. Frauen in der IT sind meiner Erfahrung nach eher schüchtern und melden sich nur dann zu Wort, wenn sie sich zu 100 Prozent sicher sind. Dafür gibt es aber keinen Grund. Auf die Kenntnisse und das Programmieren kommt es in der IT nicht immer an. Sondern auch auf die Neugier! Tauscht euch auch mit anderen (Frauen) aus, die bereits in der Branche arbeiten.

Sabine: Gerade wir fallen als Gründerteam natürlich auf, weil wir drei Frauen sind. Da denkt man sich schon manchmal: Ich bin doch nicht nur Frau, sondern auch Mecklenburgerin, Ostdeutsche und so weiter. In meiner Wahrnehmung haben wir das Thema allerdings immer zu unserem Vorteil genutzt, einfach weil sich die Leute besser an uns erinnern konnten. Überzeugen muss man ja trotzdem noch – egal ob als Mann oder Frau. Und sollte man Ablehnung erfahren, dann ist es wichtig, das auch als Chance zu sehen und sich zu überlegen, wie man sein Gegenüber überzeugt. Man muss sich manchmal einfach durchbeißen! Sich mit seinen Schwächen konfrontieren. Nur weil man an manchen Stellen zweifelt, heißt das nicht, dass man gleich einen ganzen Weg aufgeben sollte. Gerade bei der Unternehmensgründung ist das entscheidend.

Carina: Ich hatte eigentlich schon immer vor, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen. Dabei habe ich mir nie die Frage gestellt, ob eine Frau oder ein Mann an der Spitze stehen wird. Letztendlich zählen ein starkes Team und ein starkes Produkt – beides haben wir. Wie Sabine schon sagt, überzeugen muss man mit seiner Leistung – unser Frausein haben wir dementsprechend nie ausgespielt. Mein Tipp an gründende Frauen: Bringt Selbstbewusstsein mit, habt eine klare Vision und geht mutig in die Zukunft. Außerdem solltet ihr von eurer Idee und Vision selbst so überzeugt sein, dass ihr auch andere davon überzeugen könnt. Es braucht einfach mehr Frauenpower in der deutschen Gründerlandschaft, besonders in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Und, dass sich eine Gründung in der IT-Branche auch für Frauen lohnt, das kann ich heute definitiv bestätigen.

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