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Online-Handel in Polen: Diese Trends sollten Sie nicht verpassen!

Polen ist das Trend-Land für Online-Händler im Jahr 2016. Mit 12 Mio. Online-Käufern hat jeder dritte Pole schon einmal im Internet eingekauft. Zweistellige Wachstumsraten für die nächsten Jahre zeigen, dass der E-Commerce-Markt in Polen momentan aufblüht. Der Online-Handel ist in Deutschland, Österreich, Schweiz oder Großbritannien fest etabliert und große Wachstumsprünge sind nicht mehr zu erwarten.
In 2016 dagegen steigt der Gesamtumsatz des polnischen Online-Handels weiterhin um 13% auf 7,3 Milliarden Euro an. Andere Kennzahlen wie der Warenkorbbon entwickeln sich positiv.
Doch was kaufen Polen im Netz? Wie kann man sie zum Kauf anregen und mit welchen Marketingmaßnahmen spricht man sie am besten an? Wir stellen die sechs Top-Trends im polnischen Online-Handel vor.

Online-Handel in Polen – das sind die sechs heißesten Trends

Trend im polnischen Online-Handel: Lebensmittel im Internet kaufen

Trend im polnischen Online-Handel: Lebensmittel im Internet kaufen

Lebensmittel im Internet kaufen

Die Wachstumstreiber im polnischen Online-Handel sind im Bereich Fashion, aber auch im Lebensmittelhandel zu finden. Der Online-Einkauf von Lebensmitteln in Polen ist einer der größten Trends: jeder fünfte Pole hat schon mal einen Teil seiner Lebensmittel über das Internet bestellt. Über 10% aller Online-Einkäufe sind im Lebensmittelbereich einzuordnen – zum Vergleich: in Deutschland beträgt der Marktanteil von Lebensmitteln nur 1% am gesamten Marktvolumen.

Mobile Commerce

Das Mobile Commerce-Segment wächst in Polen dreimal schneller als der herkömmliche E-Commerce. Das liegt unter anderem daran, dass mehr als ein Viertel aller Polen über das Smartphone oder Tablet online einkaufen. Aber mobile Endgeräte werden von den Polen nicht nur für das Shoppen, sondern auch sehr häufig für die Informationsbeschaffung genutzt.
Dieser Trend wird auf lange Zeit wichtig, denn die Zahl der Smartphones in Polen wird bis 2019 um 20 Prozent steigen. Als Online-Händler sollten Sie daher auf verschiedene Besonderheiten wie Responsive Design achten.

Omnichannel

Eine Omnichannel Strategie zu besitzen, wird im Jahr 2016 immer wichtiger – auch in Polen. Kunden kaufen sowohl online als auch im stationären Handel ein. Der Online-Handel wird den Offline-Handel niemals ganz ersetzen, bzw. der Kunde wird niemals nur über einen Kanal kaufen. Deshalb sollten Online-Händler beide Kanäle zu einer einheitlichen Strategie verbinden, um erfolgreich zu bleiben. Da die Logistik noch nicht so effizient arbeitet wie in Deutschland, ist eine frühzeitige Umsetzung eines Omnichannel-Konzeptes in Polen eine optimale Strategie, um Verluste durch die fehlende Infrastruktur auszugleichen.

Analyse und Segmentierung der Zielgruppe

Um Kunden effektiv anzusprechen, müssen Angebote und Produkte exakt auf die Ansprüche der Kunden zugeschnitten sein. Dies ist nur mit einer genauen Datenanalyse möglich. Es ist die Aufgabe des Marketings, Zielgruppen auf Basis der gesammelten Daten zu segmentieren und mit chirurgischer Präzision den Kunden über verschiedene Kanäle, wie beispielsweise E-Mail, Social Media oder einem Customer-Relationship-Management, ansprechen.
Die Zielgruppenstrategie aus einem anderen Land kann in Polen nicht einfach übernommen werden. Eine detaillierte Analyse aller Online-Aktivitäten der Kunden, mit eigener Strategie für den Online-Handel in Polen, ist essentiell.

 Auch im polnischen Online-Handel gilt: Verlieren Sie Ihre Zielgruppe nicht aus den Augen!

Auch im polnischen Online-Handel gilt: verlieren Sie Ihre Zielgruppe nicht aus den Augen!

Nutzenstiftendes Content-Marketing

Obwohl die Polen sehr auf den Preis beim Online Shopping achten, reicht eine offensive Preispolitik im Jahr 2016 nicht mehr aus. Die Kundschaft muss mit interaktiven und nutzenstiftenden Inhalten gelockt werden. Hierzu eignen sich Videos, die nur indirekt mit den Produkten in Verbindung stehen, oder Blogbeiträge über ein Event, in dem der Online-Händler als Sponsor auftritt. Das wichtige bei solchen Marketingmaßnahmen ist, dass der Nutzen für den Kunden im Vordergrund steht und die Aktion detailliert, einzigartig sowie vielversprechend gestaltet ist.
Besonders in Polen ist solch eine Content-Marketing-Strategie sehr interessant, da die üblichen Marketingmaßnahmen, wie beispielsweise Plakatwände, sehr offensiv und auffällig sind.

Preisbeobachtung im Internet

Ein aufkommender Trend ist die Wettbewerbsanalyse durch Online-Händler. Insbesondere die Preisbeobachtung verschiedener Produkte der einzelnen Marktteilnehmer. Aufgrund der steigenden Anzahl von Wettbewerbern im Online-Handel steigt auch der Preisdruck. Für Online-Händler bedeutet das mögliche Umsatzeinbußen, sollten Preise nicht optimal gesetzt sein. Hohe Preise garantieren eine höhere Umsatzrentabilität, denn im Vergleich zu möglichen Wettbewerbern erzielt eine Preisführerschaft höhere Mengenumschläge und somit mehr Gewinn nach Steuern.
Tools zur Preisbeobachtung, wie beispielsweise blackbee, ermöglichen eine feste Position als Preisführer im Marktsegment zu etablieren.

Für eine erfolgreiche Marktpositionierung in Polen müssen nicht alle Trends umgesetzt werden. Es gilt den richtigen Mix der Trends für den eigenen Online-Shop zu finden. Die Kombination der Trends Omnichannel und Preisbeobachtung sind zum Beispiel für einen Online-Händler im Bereich Fashion geeignet. Der Händler kann durch eine regelmäßige Preisbeobachtung auf die Preisoffensiven seines Wettbewerbers reagieren – online wie offline. Kunden, die sich im Laden eines Wettbewerbers befinden, erkennen Preisanpassungen, bestellen über das Smartphone das gewünschte Produkt und holen es im Geschäft des Fashion-Händlers ab.

Deutsche Unternehmen setzen Trends im polnischen Online-Handel

Eine Besonderheit in Polen ist, dass die sonst omnipräsenten Internetkonzerne Amazon und Ebay keine Marktmacht besitzen und nur schwer in Polen Fuß fassen. Viele deutsche Online-Händler wie beispielsweise Zalando, Otto oder die Media Saturn Gruppe sind auf dem polnischen E-Commerce Markt mit Online-Shops vertreten und zählen zu den Top 5 in ihrem Segment. Das zeigt auch, dass nicht die E-Commerce Platzhirsche Ebay und Amazon die Trends auf dem polnischen Markt setzen oder vorantreiben. In diesem Fall spielen deutsche Unternehmen, zusammen mit lokalen Größen wie Allegro, eine Vorreiterrolle in Polen.

Allegro ist der größte Online-Marktplatz in Polen

Allegro ist der größte Online-Marktplatz in Polen (Quelle: Screenshot allegro.pl)

Zusammenfassend zeigt sich, dass sich die Trends im Online-Handel in Polen nur in einem geringen Maße von anderen europäischen Ländern unterscheiden. Beispielsweise besitzen verschiedene Marktsegmente einen größeren prozentualen Anteil im Vergleich zu anderen Ländern wie Deutschland. Im Großen und Ganzen treten im polnischen Online-Handel die gleichen Entwicklungen und Trends auf – jedoch mit zeitlicher Verzögerung. Ein Grund für diese Verzögerung könnte die nichtvorhandene Marktmacht der US-amerikanischen Internetkonzerne sein. Die Trendimpulse kommen meist vom US-Markt und werden anschließend in den jeweiligen europäischen Ländern adaptiert. In Polen werden Trendimpulse durch lokale beziehungsweise deutsche Unternehmen gesetzt. Diese orientieren sich wiederum am US-amerikanischen E-Commerce Markt und lassen so den zeitlichen Verzug in der Implementierung von E-Commerce-Trends in Polen entstehen.

 

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