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Online-Marktplätze in Deutschland: Alternativen zu Amazon und Co.

Die Studie „Interaktiver Handel in Deutschland 2016“ des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (bevh) zeigt, dass deutsche Verbraucher Waren zunehmend online einkaufen. So belief sich der Brutto-Umsatz im E-Commerce im Jahr 2016 auf 52,74 Milliarden Euro. Ein Plus von 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit macht er inzwischen fast 13 Prozent des gesamten Einzelhandelsvolumens aus. Zu den Top-Sellern gehören dem bevh zufolge Online-Marktplätze, die mit 26,72 Milliarden Euro Umsatz mehr als die Hälfte zum Gesamtvolumen im E-Commerce beitragen.

Ein Blick über den Amazon- und eBay-Tellerrand lohnt sich

Mit einer steigenden Zahl an Wettbewerbern wird es für Online-Händler und Hersteller immer schwieriger Kunden direkt im Internet zu erreichen. Umso mehr steigt das Interesse an großen Online-Marktplätzen wie Amazon oder eBay, deren Attraktivität in einer hohen Reichweite sowie einem hohen Handelsvolumen begründet ist. Auch die Vorteile für den Kunden liegen klar auf der Hand: Auf den Plattformen stehen viele Produkte zur Verfügung, die einfach verglichen und gekauft werden können. Davon profitieren insbesondere KMUs oder Fachhändler, die auf Online-Marktplätzen von ihrer Zielgruppe schneller wahrgenommen werden.

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Für Online-Händler steigt der Druck im Verdrängungswettbewerb. Hier bieten Online-Marktplätze einen zusätzlichen Vertriebskanal mit attraktiven Möglichkeiten.

Doch Online-Marktplätze sind mehr als Amazon oder eBay und ein Blick über den Tellerrand lohnt sich. Anbieter, die sich auf bestimmte Produktgruppen spezialisiert haben, ermöglichen Händlern eine zielgruppenspezifische Ausstreuung. Diese Nischen- oder Special-Interest-Portale sind für Online-Händler und Hersteller ideal, die für eine breite Präsenz auf großen Marktplätzen beispielsweise nicht über die nötigen Ressourcen verfügen. Der Bundesverband Onlinehandel e.V. (BVOH) hat in einer umfassenden Übersicht alle Online-Marktplätze in Europa zusammengetragen und nennt allein für Deutschland 27 solcher Anbieter. Für den umsatzstarken Bereich Fashion listet der BVOH acht deutsche Marktplätze:

  • avocadostore.com
  • kleiderkreisel.de
  • kleidoo.de
  • schuhe.de
  • spartoo.de
  • trendsales.de
  • videdressing.de
  • zalando.de

Stärken und Schwächen einzelner Online-Marktplätze ausloten

Bei der Auswahl passender Online-Marktplätze sollten Sie als Händler oder Hersteller bedenken, dass nicht jeder Marktplatz dieselbe Zielgruppe anspricht. Überprüfen Sie, welcher Anbieter am besten zu Ihrem Konzept, Ihrem Sortiment und Ihren Kunden passt. Ein Kunde, der sich beispielsweise für individuelle und handgemachte Produkte interessiert, wird lieber auf DaWanda als auf Amazon oder eBay einkaufen. Stellt ein solcher Nischenmarkt für Sie eine sinnvolle Alternative zu den großen Generalisten dar, dann sollten Sie sich bei der Auswahl der Marktplätze die Umsätze, die durchschnittlichen Warenkörbe und die Marketing-Services genau ansehen. Außerdem spielen die Kostenmodelle sowie der zeitliche Aufwand für die Einstellung der Produkte und die Abwicklung der Verkäufe eine entscheidende Rolle.

Absatzsteigerung versus Wahrung des Markenimages

Die Kehrseite der „Amazonisierung“: Die Preistransparenz auf Online-Marktplätzen schafft einen enormen Preisdruck. Außerdem stehen Markenhersteller vor der Herausforderung, ihr Markenimage trotz fehlender Beratung oder schlechter Präsentation zu wahren. So zog beispielsweise Adidas erste Konsequenzen und untersagte den Verkauf der eigenen Produkte über Marktplätze, um eine in ihrem Sinne angemessene Präsentation der Waren sicherzustellen und das eigene Markenimage zu schützen. In unserem Beitrag zur Rabattschlacht im Online-Handel zeigen wir Ihnen, wie Sie dem Preisdruck durch exklusive Premiumangebote entgehen und sich mit effektivem Branding von der Konkurrenz abgrenzen.

Mit der blackbee Preis- und Händlerbeobachtung schützen Sie ihre Marken und sichern sich mit auf Nachfrage basierter Preisgestaltung eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit. blackbee wertet Ihre Daten und die Daten anderer Wettbewerber aus und hilft Ihnen, schneller und effizienter auf aktuelle Ereignisse im Online-Handel zu reagieren.

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Preisvergleichen entgehen: Pricing bei Eigenmarken

In unserem Artikel „Eigenmarken im E-Commerce“ zeigen wir Ihnen, warum es sinnvoll sein kann, eine Eigenmarke im eigenen Online-Shop zu etablieren. Auf diese Weise grenzen Sie sich von Wettbewerbern ab und machen sich von externen Händlern und Herstellern unabhängig. Damit schärfen Sie Ihr Profil und bauen eine stärkere Kundenbindung auf. Aber viel wichtiger: Sie entgehen damit Preisvergleichen und dem großen Druck, das günstigste Angebot eines Produkts zu führen. Produkte Ihrer Marke genießen Exklusivität. Das wiederum verschafft Ihnen größere Möglichkeiten in der Preisgestaltung. Wie Sie sich diesen Gestaltungsfreiraum verschaffen, zeigen wir Ihnen im Folgenden.

Das Profil der Eigenmarken bestimmt den Preis

Um eine eigene Händlermarke langfristig für Kunden interessant zu gestalten und zu etablieren, müssen Sie sich klar positionieren. Dazu sollten Sie sich grundlegende Fragen stellen, bevor Sie mit Ihrer Eigenmarke an den Start gehen:

  • Was wollen Sie mit der Marke erreichen? Ist sie eine günstige Alternative zu bereits bestehenden Produkten oder eine Premiumvariante?
  • Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
  • Wie viel Marge versprechen Sie sich von der eigenen Marke?

Die Antworten auf diese Fragen sollten sich im Branding Ihrer Eigenmarke wiederfinden. Dementsprechend gestaltet sich der Preis: Hochqualitative Premiumangebote benötigen eine entsprechende Bepreisung, um auch als Premiumprodukt wahrgenommen zu werden. Darüber hinaus lohnt es zu analysieren, welche Produktgruppen niedrigen Preisschwankungen ausgesetzt sind. Diese Produktgruppen nennen sich Potenzialartikel. Wenn Sie Artikel dieser Produktgruppen in Ihr Eigenmarken-Sortiment einführen und den Preis dem Markt intelligent angleichen, bietet sich für Sie die Chance, Ihre Marge einschlägig zu steigern.

Das Profil der Eigenmarke sollte sich in Qualität, Verpackung und Design wiederspiegeln - und das Pricing rechtfertigen.

Eigenmarken genießen Exklusivität: Bauen Sie sich mit Hilfe von Verpackung, Design und Markensymbol ein Image auf, das dem Kunden die zu erwartende Qualität suggeriert. Die fehlenden vergleichbaren Angebote ermöglichen Ihnen Spielraum beim Pricing.

 

Rechtfertigen Sie den Preis mit dem Auftritt Ihrer Eigenmarke

In seinem Buch Neuropricing erklärt der Geschäftsführer der Forschungsagentur „The Neuromarketing Labs“ Dr. Kai-Markus Müller, dass Kunden Marken nach ihrem Image auswählen. Marken wirken, so Dr. Müller, direkt auf das Belohnungssystem des Menschen. Das sei darauf zurückzuführen, weil sie dem Kunden ein bestimmtes Erlebnis versprechen. Dieses Image können Sie aufbauen, indem sichdas Profil der Marke in Äußerlichkeiten spiegelt. Bleiben wir im Premiumsegment: Hier sind eine außergewöhnliche und edle Verpackung hilfreich. Ebenso sollte das Markensymbol adäquat gestaltet sein. Das rechtfertigt einen gehobenen Preis und wird beim Käufer entsprechend wahrgenommen. Der Marketingexperte Dr. Müller verweist hier auf den Chivas Regal-Effekt: Der Whisky verkaufte sich in den 1970ern nur mäßig. Der Hersteller entwickelte daraufhin ein ansprechenderes Etikett und steigerte den Preis um 20 Prozent. Der Verkauf des Whiskys stieg in kurzer Zeit deutlich an, denn das neue Image versprach Kunden eine hohe Qualität – wofür Käufer sich bereit zeigten, einen höheren Preis zu zahlen.

Setzen Sie Ihre Eigenmarke sinnvoll ein

Das Einführen einer eigenen Marke lohnt sich vor allem, wenn Sie die Produkte in ausreichender Stückzahl produzieren und rentabel absetzen können. Letztendlich lautet das Ziel, Ihre Marge zu verbessern. Dafür müssen Sie das Kaufverhalten Ihrer Kunden analysieren und sich fragen, in welchen Segmenten sich der Aufbau von Eigenmarken lohnt. Entscheidend ist hierbei neben Kundeninformationen die Wettbewerbssituation. Mit der Business Intelligence Software blackbee behalten Sie den Markt im Auge und können entscheidende Schlüsse ziehen, in welchen Segmenten Sie eine Eigenmarke etablieren sollten.

Wichtig ist, dass Sie als Händler die Balance zwischen Produktqualität, Branding und Aufmachung finden. Wirken diese drei Faktoren ideal zusammen, schaffen Sie sich Spielraum für Ihr Pricing. Aufgrund der Exklusivität Ihrer Eigenmarke entgehen Sie geschickt dem ständigen Preisdruck und entfliehen der Preisspirale. Um den idealen Preis zu finden, hilft eine Preisanalyse ähnlicher Produkte, wie sie blackbee leistet.

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