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Das Ende des E-Commerce-Booms für Online-Händler?

Der deutsche E-Commerce-Markt wächst weiter stabil – jedoch profitieren immer weniger Anbieter davon. Laut einer Studie des EHI Retail Institute und Statista erzielten die 1.000 größten Online-Shops nach E-Commerce-Umsätzen im Jahr 2017 42,8 Milliarden Euro. Das entspricht, verglichen mit dem Vorjahr, einem Wachstum von 8,1 Prozent. Davon erwirtschafteten allerdings die zehn größten Shops mehr als 40 Prozent. Die kleineren Online-Händler – nach ihren Umsatzzahlen auf den Rängen 501 bis 1.000 der Untersuchung – vereinen hingegen einen Marktanteil von ungefähr neun Prozent auf sich. Vergleicht man die Zahlen mit den vorherigen Jahren, fällt die starke Marktkonzentration der großen Webshops auf: Demnach verbuchen kleine Online-Shops bereits im dritten Jahr in Folge im Durchschnitt weniger Umsatz als im Jahr zuvor. 2017 waren es 3,7 Milliarden, 2016 3,8 Milliarden Euro und 2014 sogar noch 4,3 Milliarden Euro.

Das Ende des E-Commerce-Booms für kleine Online-Händler?

Der Markt für E-Commerce wächst weiter – kleine Online-Shops auf den Rängen 501 bis 1000 profitieren davon allerdings weniger. Ihre Umsätze schrumpfen seit Jahren (Quelle: EHI Retail Institute)

Wie die Plattform-Ökonomie das Geschäft von Online-Händlern auf den Kopf stellt

Der Grund für die unausgewogene Zusammensetzung des E-Commerce-Marktes findet sich in der wachsenden Bedeutung der Plattform-Ökonomie. Der Begriff beschreibt den Teilbereich des E-Commerce, der über digitale Marktplätze wie Amazon, Zalando oder Otto organisiert ist. Diese ermöglichen als sogenannte Intermediäre (Mittler) die direkte Interaktion zweier oder mehrerer Seiten. Plattformen erlangen erst durch sogenannte Netzwerkeffekte ihre Stärken. Die höhere Konzentration eines Netzwerks von Anbietern und Nachfragern ermöglicht eine stärkere Interaktion der Nutzer auf beiden Seiten und macht den Marktplatz attraktiver. Deshalb verstärkt die Plattform-Ökonomie die Position weniger großer Player.

Immer mehr Online-Händler verwenden digitale Marktplätze als zusätzliche Vertriebskanäle

Die Ergebnisse der Studie des EHI Retail Institute und Statista verdeutlichen die gestiegene Nutzung von Plattformen durch Onlineshops. Auf Amazon macht sich die Steigerung am stärksten bemerkbar. Dort setzen bereits 43 Prozent der Online-Händler die Marketplace-Plattform als Vertriebsweg ein – dies entspricht einem Anstieg von sieben Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Wir beobachten […], dass Marktplatzaktivitäten insgesamt zunehmen. Immer mehr große Onlinehändler betreiben selbst Marktplätze, die wiederum von anderen vermehrt genutzt werden, um von der größeren Reichweite zu profitieren.“, kommentiert Christoph Langenberg, Data Analyst & Projektleiter Forschungsbereich E-Commerce des EHI Retail Institute.

Sollten Sie als Händler nun den gleichen Weg wie die Plattform-Riesen Zalando und Co einschlagen? Auch wenn die Verlockung einer eigenen Plattform groß ist, bestehen dabei hohe Risiken, denn ein funktionierender Marktplatz benötigt gewaltige Netzwerke. Nach dem Handelsexperten Gerrit Heinemann sollte eine Plattform mindestens 500 Millionen jährliche Besucher erreichen, um bei Google unter den ersten Ergebnissen zu erscheinen. Ein gutes Google-Ranking sei angesichts des Einkaufsverhaltens der Kunden notwendig. Doch welche Optionen stehen Ihnen als Händler zur Verfügung, um weiterhin im Markt bestehen zu können?

Diese Wachstumsmöglichkeiten bleiben Ihnen als Online-Händler

Im vergangenen Jahr waren Multichannel-Händler, die ihre Produkte über mehrere Kanäle vertrieben, besonders erfolgreich. Sie erzielten nach Angaben des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. die höchsten Umsatzsteigerungen im Jahr 2017. Im Zuge von Multichannel-Strategien wachsen insbesondere kleine stationäre Händler meist über den Amazon Marketplace. Als Online-Händler sollten Sie sich bewusst entscheiden, ob Sie Ihre Produkte auch über bestehende Marktplätze verkaufen möchten. Ein Nachteil solcher Plattformen ist der Verlust des direkten Kundenkontakts, den die jeweilige Plattform für Sie übernimmt. Allerdings erhöhen sich die Absatzchancen auf den großen Marktplätzen, da Sie in sonst nur schwer zugängliche oder unerreichte Märkte kostendeckend vordringen.

Ende des E-Commerce-Booms: Wachstumsstrategien

Wir empfehlen, dass sich Online-Händler aktiv für oder gegen den Verkauf auf digitalen Marktplätzen entscheiden

Gestalten Sie als Online-Händler Ihre Preise so, dass Sie erfolgreich bleiben

Die steigende Marktkonzentration im E-Commerce stellt Online-Händler vor neue Herausforderungen. Um die eigene Profitabilität zu wahren, ist es maßgeblich, ein aktives Preismanagement zu etablieren. Große Plattformen setzen auf eine äußerst dynamische und effektive Preisgestaltung. Etliche Online-Shops verfolgen bereits mit Preismanagement-Tools klare Preisstrategien, die ihnen auf dem Markt entscheidende Vorteile verschaffen.

Mit unserer Preismanagement-Software blackbee perfektionieren Sie Ihre Preisstrategie im E-Commerce. Unser Pricing-Tool zeigt Ihnen, wie sich Ihre Preise im Vergleich zum Wettbewerb verhalten. Außerdem erfahren Sie, welche Preise Sie bis zu welchem Niveau senken sollten, um Ihren Marktanteil zu vergrößern.

Link-Tipp #1:

Sollten Sie sich mit Ihrem Online-Shop dazu entschließen, zusätzlich auf Vertriebsplattformen Ihren Absatz zu steigern, erhalten Sie in unserem Artikel „Online-Marktplätze: Wie Sie als Händler die richtige Plattform finden“ weitere Informationen zu den unterschiedlichen Marktplatz-Modellen.

Link-Tipp #2:

Wenn Sie hingegen die Profitabilität Ihres eigenen Online-Shops steigern möchten, hält unser Artikel „Erfolgsfaktoren im E-Commerce – Mit diesen Tipps zum profitablen Online-Shop“ die wichtigsten Faktoren eines erfolgreichen Webshops für Sie bereit.

Möchten Sie noch mehr zu den Lösungen im Preismanagement erfahren, die Ihnen blackbee bietet? Sprechen Sie mit unseren Experten, wir helfen Ihnen gerne weiter.