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Warum Sie auf Multichannel und Omnichannel setzen sollten

Immer mehr Händler und Hersteller im E-Commerce verkaufen ihre Produkte nicht mehr nur ausschließlich im eigenen Webshop. Aktuell vertreiben zwei Drittel aller Online-Shopbetreiber ihre Ware über weitere Kanäle. Doch welche Vertriebsstrategien gibt es dabei und weshalb sind sie überhaupt sinnvoll? Im heutigen Artikel stellen wir Ihnen Multichannel- und Omnichannel-Strategien näher vor.

Multichannel-Strategien: Seien Sie für Ihre Kunden dort, wo diese sich aufhalten

Multichannel-Strategien beschreiben E-Commerce-Strategien, die es sich zum Ziel setzen, dem Kunden eine größtmögliche Freiheit bei der Wahl seines Einkaufsortes zu geben. Wenn Sie eine Multichannel-Strategie verfolgen, finden Kunden Ihre Produkte auf verschiedenen Online-Kanälen wie Sozialen Medien, Online-Marktplätzen wie Amazon oder Ebay oder Ihrem Online-Shop. Zusätzlich sind Sie auch im stationären Handel für Ihre Kunden verfügbar. Dadurch sprechen Sie Ihre Abnehmer dort an, wo sie sich in ihrer Freizeit aufhalten und machen ihnen den Einkauf so bequem wie möglich. 

Im stark umkämpften Online-Markt sind Händler mit Multichannel-Strategien besonders erfolgreich. Ein prominentes Beispiel in Deutschland ist der Lebensmittelhändler Mymuesli. Zunächst als reiner Online-Versand für individualisierte Frühstücksflocken gestartet, gibt es mittlerweile dreißig stationäre Filialen in zentralen Lagen oder in Einkaufszentren in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Im Gegensatz zum Webshop gibt es offline zwar nur vorgefertigte Packungen zu kaufen, jedoch können Kunden vor Ort Müslis probieren – online ist dies nicht möglich. Zudem werden Mymuesli-Produkte in Lebensmittelmärkten und Cafés verkauft. Auch die Bestellung per Katalog ist möglich.

Diese Vorteile bieten Ihnen Multichannel-Strategien

Warum ist der Verkauf auf mehreren Kanälen für Sie sinnvoll? Mit einer Multichannel-Strategie steigern sie einerseits Ihre Vertriebsmöglichkeiten und binden Ihre Kunden stärker, da diese die Möglichkeit bekommen, auf ihren Lieblings-Kanälen einzukaufen. Wenn Sie an unterschiedlichen Orten Ihre Produkte anbieten, verteilt sich andererseits das Risiko, wenn Sie an einem einzelnen Ort Verluste hinnehmen. Zusätzlich dazu ergeben sich Synergieeffekte zwischen den Absatzkanälen, wie das Erfolgsbeispiel Mymuesli zeigt.

Während bei Multichannel-Konzepten die unterschiedlichen Verkaufskanäle strikt voneinander getrennt sind, verknüpft der Omnichannel E-Commerce alle verfügbaren Vertriebswege miteinander.

Multichannel-Strategien geben Kunden eine große Freiheit bei der Wahl des Einkaufsortes. Quelle: Shopify

Multichannel-Strategien geben Kunden eine große Freiheit bei der Wahl des Einkaufsortes. Quelle: Shopify

Omnichannel-Strategien: Schaffen Sie ein nahtloses Einkaufserlebnis 

Omnichannel-Strategien zielen auf einen anderen Aspekt neuer Konsumgewohnheiten als Multichannel-Strategien ab. Haben Sie auch schon einmal ein Produkt im Laden gesehen und direkt im Internet nach besseren Angeboten oder weiteren Informationen zum Produkt gesucht? Einer internationalen Studie der GfK zufolge kaufen 40 Prozent der Kunden so in Geschäften ein. Omnichannel-Strategien nutzen genau diese neue Art des Shoppings für sich und vereinen die Vorteile des stationären Handels und des Online-Handels miteinander. Tim Arlt, COO des Händlerbunds, legt im Interview mit dem Wirtschaftsportal business-on.de große Hoffnungen in diese Verschränkung unterschiedlicher Verkaufskanäle:

“Stationärer und Online-Handel werden immer stärker verschmelzen. In Zukunft erwarten wir, dass der stationäre Handel immer mehr durch Beratung und Showrooms überzeugt. Außerdem ist es kaum vorstellbar, dass Kunden ihre Einkäufe in einigen Jahren noch selbst nach Hause tragen werden.”

Wie schaffen Sie ein Omnichannel-Einkaufserlebnis?

Ein Beispiel für den stationären Handel der Zukunft hat jüngst Zara mit seinem Flagshipstore in London vorgestellt. Hier verbindet der Bekleidungskonzern mithilfe von automatisierten Abläufen den Online-Handel mit dem stationären Shop. So profitieren von der Vernetzung der Vertriebswege vor allem die Produkte, die im Store ausgewählt werden. Beispielsweise scannen interaktiv bedienbare Spiegel die Produkte, die ein Kunde in der Hand hält und beraten ihn anhand von Fotos fertig kombinierter Outfits. Zudem gestalten Selbstzahlerkassen und Kassen-Tablets für die Mitarbeiter den Kaufprozess flexibler. 

Neben den gängigen Abteilungen hat Zara eine separate “Online”-Abteilung geschaffen. Dort können Kunden ihre im Online-Shop bestellten Produkte abholen. Ein automatisiertes System ordnet die Produkte im Hintergrund und stellt sie zur Verfügung. Durch die Automatisierung der Abwicklungsprozesse ist Zara in der Lage, eine größere Anzahl an Bestellungen im Store gleichzeitig zu organisieren und bereitzustellen. 

Sie zweifeln daran, dass Ihre Kunden solche Prozesse annehmen? Unser Artikel zum Online-Shop der Zukunft zeigt: Kunden sind von solchen automatisierten Aspekten stationärer Shops keineswegs abgetan.

Der Kern-Vorteil des Omnichannel E-Commerce ist ein optimales Nutzungserlebnis. Wie auch Sie eine erfolgreiche Omnichannel-Strategie entwickeln können, erfahren Sie hier.

So gestalten Sie Ihre Preise im Multichannel- und Omnichannel E-Commerce

Laut Krämer (2017) nimmt mit der steigenden Nutzung mobiler Endgeräte auch die Wahrscheinlichkeit von Preisvergleichen durch Ihre Kunden zu. Im Hinblick darauf stellt er Optionen für eine vertrauensvolle Preissetzung bei Multichannel und Omnichannel-Strategien vor. 

Bei Multichannel-Strategien sei es möglich, sowohl gleiche Preise über alle Kanäle hinweg als auch Preisunterschiede zwischen den Vertriebswegen festzusetzen. Für beide Optionen gebe es gewichtige Argumente, so Krämer. Deshalb empfiehlt es sich, eine Option zu wählen, die speziell für Ihr Unternehmen hilfreich ist.

Ist es sinnvoll, Preisunterschiede bei Omnichannel-Strategien einzusetzen?

Krämer macht den Erfolg von Preisunterschieden bei Omnichannel-Strategien davon abhängig, auf welche Weise Sie die verschiedenen Kanäle miteinander verknüpfen. Es sei zudem entscheidend, inwiefern diese zu rechtfertigen und ob Ihre Kunden überhaupt zur Zahlung unterschiedlicher Preise bereit sind – insbesondere im Hinblick auf die einfache Zugänglichkeit von Preisen über Smartphones. Die hohe Quote an Preisvergleichen ist nämlich ein potenzielles Risiko für Ihr Geschäft. Krämer weist deshalb darauf hin, dass ein kontinuierliches Monitoring des Marktes aufgrund der Dynamisierung von Einkaufsprozessen erforderlich ist. Nur, wenn Sie alle Preise auf sämtlichen Kanälen im Blick behalten, behalten Sie auch das Vertrauen Ihrer Kunden.

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