E-Commerce in Europa: Wo ist Online-Shopping beliebt, wo nicht?

Deutschland ist einer der wichtigsten E-Commerce-Märkte in Europa. Laut einer Untersuchung des Statistischen Amts der Europäischen Union (Eurostat) aus dem Jahr 2018 sind Deutsche zwischen 16 und 74 Jahren Teil der Spitzengruppe bei der Nutzung von Online-Shops.

Damit gehört Deutschland zu einigen Nord- und Westeuropäischen Staaten, in denen der E-Commerce bereits eine wichtige Rolle im Konsumverhalten spielt. Gleichzeitig zeigt sich aber auch: Nicht überall in Europa wird ähnlich viel online geshoppt. Welche Unterschiede gibt es? Wir schauen uns für Sie die Ergebnisse der Eurostat-Erhebung genauer an.

Welche Rolle spielt der E-Commerce im europäischen Vergleich?

Für die Eurostat-Studie wurden europäische Bürger gefragt, ob sie in den letzten zwölf Monaten online einkauften. 77 Prozent der deutschen Befragten bejahten dies. Nur in wenigen europäischen Staaten ist der E-Commerce so weit verbreitet wie hierzulande. Wie weit die Akzeptanz von Online-Shopping in Deutschland bereits fortgeschritten ist, zeigt sich auch im jährlichen Wachstum des deutschen E-Commerce-Markts. Immer mehr deutsche stationäre Händler nutzen große Online-Marktplätze wie ebay oder Amazon, um ihren Absatz zu steigern.
Wenig überraschend ist, dass in den skandinavischen Ländern Schweden, Island und Norwegen ähnlich stark online eingekauft wird wie in Deutschland.

Spitzenwerte im europäischen Vergleich erreichen die Niederlande, in denen acht von zehn Befragten Online-Shops nutzen, das Vereinigte Königreich (83 Prozent) sowie Dänemark (84 Prozent).

Beeindruckend: nur zwei von zehn Bewohnern Dänemarks nutzen keine Onlineshops.

Schlusslicht bei der Nutzung von E-Commerce-Angeboten ist hingegen Montenegro: hier bestellt nur jeder zehnte Bürger online Produkte. In Bulgarien und Rumänien ist es lediglich jeder fünfte. Neben diesen wirtschaftlich schwächeren Staaten zeigt sich aber auch, dass der E-Commerce in einigen der größten Volkswirtschaften Europas noch keine vergleichbar große Rolle wie hierzulande spielt. Und dies, obwohl im Internet eine unvergleichlich hohe Anzahl an Anbietern und eine riesige Produktauswahl zu Verfügung steht. Eine auffällig niedrige Nutzung von Online-Shopping-Angeboten ist sowohl in Italien (36 Prozent) als auch Spanien (53 Prozent) und Frankreich (67 Prozent) festzustellen.

Welche regionalen Unterschiede gibt es in der europäischen E-Commerce-Nutzung?

In welchen Regionen Europas sind Online-Käufe besonders weit verbreitet? In welchen wird dagegen wenig online geshoppt? Es fällt auf, dass sich der E-Commerce in Staaten in Ost- und Südeuropa bis auf wenige Ausnahmen wie Estland noch nicht stark durchgesetzt hat. Damit zeigt sich auch hier ein klares Nord-Süd und West-Ost-Gefälle, das auch in vielen anderen Bereichen wie der Kaufkraft zutage tritt. Doch ein Blick auf die Regionen Europas zeigt: auch innerhalb europäischer Staaten gibt es teils auffällige Unterschiede in der Nutzung von E-Commerce-Angeboten.

Die E-Commerce Nutzung in europäischen Regionen auf der Basis der Eurostat-Studie (territoriale Gliederung gemäß der europäischen Systematik der Gebietseinheiten für die Statistik). Quelle: Nexiga

Deutschland ist auch innerhalb der Bundesländer im europäischen Vergleich sehr Online-Shopping-affin. Viel gravierender als hierzulande machen sich regionale Unterschiede in anderen Ländern bemerkbar. Besonders auffällig ist Frankreich, die drittgrößte Volkswirtschaft Europas. Dort liegt in fast allen Regionen die Nutzungsquote von Online-Shopping bei 56 bis 70 Prozent und erreicht damit keine europäischen Spitzenwerte. Allein die Hauptstadt-Region und wenige weitere Regionen stechen hier heraus. Ähnlich sind die regionalen Unterschiede auch in Spanien: neben Madrid shoppen die Spanier nur in drei weiteren Regionen signifikant mehr online als im Rest des Landes. Innerhalb Italiens ist hingegen ein sichtbares Nord-Süd-Gefälle zu erkennen. Die Bürger der wirtschaftlich schwächeren süditalienischen Regionen kaufen deutlich seltener ihre Produkte online ein, als in den beiden norditalienischen Regionen Aostatal und Trentino.

Südeuropa: Wachstumsmotor des europäischen E-Commerce

Während die Verbraucher in südlichen europäischen Staaten aktuell noch vergleichsweise wenig online einkaufen, wird sich dies in Zukunft ändern. Wir gehen davon aus, dass Südeuropa erst am Anfang eines E-Commerce-Booms steht und zukünftig zu einem regelrechten Wachstumstreiber im E-Commerce avanciert.

Die größten E-Commerce-Umsätze verzeichnen in Italien Mode-Unternehmen. Das wird in Zukunft auch so bleiben. Quelle: eshopworld.com

Italien und Spanien zeigen, welches Potenzial besonders für Online-Modehändler in Südeuropa besteht. Denn Fashion ist in beiden Ländern zurzeit das lukrativste Segment für den E-Commerce – noch bevorzugen die meisten Spanier und Italiener es jedoch, Modeartikel in stationären Geschäften zu kaufen. Zahlen zum E-Commerce-Wachstum zeigen aber, dass sich auch in diesen Ländern der umfassende Siegeszug des E-Commerce fortsetzen könnte: Von 2017 auf 2018 wuchs der spanische E-Commerce-Markt mit 15 Prozent stark, in Italien betrug das Wachstum sogar ganze 17 Prozent – Wir dürfen auf die Zukunft des E-Commerce in Südeuropa gespannt sein.Sie möchten mehr zu vielversprechenden europäischen Wachstumsmärkten wissen? Unsere Reihe zum europäischen E-Commerce hält für Sie weitere wichtige Informationen bereit:

#Link-Tipp 1: Erfahren Sie in Teil 1 unserer Reihe zum europäischen E-Commerce, wie sich die E-Commerce-Umsätze regional entwickeln werden und welche Angebote europaweit überzeugen.

#Link-Tipp 2: In Teil 2 unserer Reihe zum europäischen E-Commerce erfahren Sie, welche Wachstumsmärkte in Europa besonders attraktiv sind.

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Die Eurostat-Erhebung zeigt: Viele Regionen Europas bieten für den E-Commerce noch enormes Wachstumspotenzial. Sie möchten in die wachsenden europäischen Märkte expandieren? Nutzen Sie bei einer internationalen E-Commerce-Strategie von Beginn an intelligente Marktanalyse-Tools wie blackbee. Unsere Marktanalyse-Plattform ist sprachen- und länderübergreifend einsetzbar und ermöglicht es Ihnen, fremde Märkte zu beobachten und anschließend die besten Preise für Ihre Produkte zu finden.

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